Converted to Islam. And then the 15 year old girl says: ‘Mama, I am now a Muslima’.


A Zurich Secondary school girl converts to Islam secretly. Her mother is irritated, also aout the reaction of the school.

When Lara converted to Islam, a teacher presents her with a pink colored Quran. The mother is shocked.

A Muslim teacher presents her a Quran, the mother does not know about it.

Swiss Mosques are having weekly inquiries from persons willing to convert, often youth.

The now 17 year old young lady practices her faith privately, her surroundings are not aware of it.

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Zum Islam konvertiert. Und dann sagt die 15-Jährige: «Mama, ich bin jetzt Muslimin»

Eine Zürcher Sekschülerin tritt heimlich zum Islam über. Ihre Mutter ist irritiert – auch über die Reaktion der Schule.

Liliane Minor

Liliane Minor

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In brief:

  • a 15 year old girl converts secretly to Islam. The mother does not know anything about it.
Fotocollage: Zwei Hände halten einen rosafarbenen Koran vor einem unscharfen Hintergrund mit roten Haaren.
Als Lara zum Islam übertritt, schenkt ihr ein Lehrer einen rosafarbenen Koran. Die Mutter weiss von nichts.Collage: Michael Treuthardt. Fotos: Getty Images

In Kürze:

  • Eine 15-jährige Zürcher Schülerin konvertiert heimlich zum Islam, was ihre Mutter schockiert.
  • Ein muslimischer Lehrer schenkt der Minderjährigen einen Koran – ohne Absprache mit der Mutter.
  • Schweizer Moscheen verzeichnen wöchentlich Anfragen von Konversionswilligen, oft von Jugendlichen.
  • Die heute 17-Jährige praktiziert ihren Glauben im Stillen, ohne Wissen ihres Umfelds.

Als Lara den Satz «Es gibt keine Gottheit ausser Allah, und Mohammed ist sein Gesandter» ausspricht und damit zur Muslimin wird, ist sie gerade mal 15 Jahre alt und Sekschülerin in Zürich. Ihre Mutter weiss von nichts.

Laras Mutter, Sandra Jansen, erfährt erst durch einen Telefonanruf einer Lehrerin von der neuen Religion ihrer Tochter. Es ist ein Schock für sie, als ihr die Tochter bestätigt: «Ich bin jetzt Muslimin.»

Warum konvertiert ein westlich-säkular sozialisiertes Mädchen zu einer Religion, die im Westen viele für frauenfeindlich halten? Was macht das mit der Familie, wenn ein Kind heimlich den Glauben wechselt? Diese Redaktion hat mit der Mutter und der Tochter gesprochen und weitere Hintergrundgespräche geführt.

Lara und Sandra Jansen heissen eigentlich anders. Beide wollen ihren richtigen Namen nicht in der Zeitung lesen. Auch ein Foto lehnen sie ab. Die alleinerziehende Mutter, weil sie Laras Geschwister schützen will. Lara, weil ihr Lehrmeister nichts von ihrer Religion weiss.

«Der Islam gibt mir die Wahrheit», sagt die Jugendliche. Ihre Mutter hat Angst um sie

Beim Treffen mit den beiden Frauen wird schnell klar, dass vieles zwischen ihnen unausgesprochen geblieben ist. Die Mutter lehnt die neue Religion ihrer Tochter ab. Auch wenn die beiden ihr Verhältnis bis heute als gut und eng beschreiben, auch wenn Lara sagt, sie und ihre Mutter seien «Besties», also beste Freundinnen – die Konversion hat einen nur notdürftig übertünchten Riss hinterlassen. «Wir reden nicht darüber», sagen beide.

Lara: «Meine Sekklasse in Zürich war sehr gemischt, wir waren 18 Jugendliche aus 16 Nationen. Ich habe mich schon früh mit den anderen Religionen befasst und meine Kolleginnen und Kollegen ausgefragt. Und ich habe viel gelesen. Der Islam ist für mich die Religion, die am meisten Sinn ergibt. Er gibt mir die Wahrheit.»

Sandra: «Vor ihrer Konversion habe ich gemerkt, wie Lara sich von mir abgeschirmt hat, wie sich ihr Freundeskreis änderte und immer mehr muslimische Jungen und Mädchen dazukamen. Aber ich dachte, das sei halt die Pubertät. Für mich ist der Islam gefährlich. Frauen und Mädchen haben dort keine Rechte. Und ich finde es beängstigend, wie einfach sie zu manipulieren sind.»

Lara: «Das hat nichts mit dem Islam zu tun, das ist kulturell bedingt. Im Koran sind die Frauen gleichberechtigt.»

Sandra: «Das ist doch heuchlerisch. Gelebt wird es anders.»

Lara: «Mama denkt immer so extreme Sachen. Dass ich Bomben legen würde oder so. Dabei habe ich noch nie muslimische Leute getroffen, die so was gut finden.»

Sandra Jansen hat Angst um ihre Tochter. Sie sei doch noch so jung, zu jung, eine so weit reichende Entscheidung zu treffen. Aber sie will Lara auch nicht zu sehr unter Druck setzen: «Je mehr ich ihr verbiete, desto attraktiver wird der Islam für sie.»

Lara Jansen will ihr eigenes Leben leben. Die Bedenken ihrer Mutter findet sie übertrieben. Dennoch trägt sie ihr zuliebe keinen Schleier, und sie betet auch nicht vor ihr: «Ich will nicht, dass sie sich Sorgen macht.»

Der Islam ist für Junge attraktiv

Wie viele Menschen in der Schweiz jedes Jahr zum Islam konvertieren, weiss niemand. Der Bund schätzt die Gesamtzahl der Konvertitinnen und Konvertiten in der Schweiz auf 9000 bis 12’000.

Klar ist: Der Islam ist auch für viele westlich erzogene Menschen attraktiv, gerade für Junge. Kaser Alasaad, Imam in der Moschee Volketswil, einem der grössten muslimischen Gotteshäuser der Schweiz, sagt: «Zu mir kommen jede Woche Personen, die konvertieren möchten.» Und nicht wenige darunter sind Minderjährige. Oft seien es Jugendliche, die mit Muslimen befreundet seien.

Federico Biasca, Forscher am Schweizerischen Zentrum für Islam und Gesellschaft der Universität Freiburg, hat eine gross angelegte Studie zur Frage verfasst, wie muslimische Organisationen Konvertitinnen und Konvertiten begleiten. Er bestätigt: «Moscheen und islamische Vereine haben es mit immer mehr Jugendlichen zu tun, die Muslime werden wollen.» Es sei aber selten der Extremismus, der die Leute fasziniere, das sei wichtig zu wissen. «Viele fühlen sich von den klaren Regeln angezogen. Andere interessieren sich für die intellektuelle oder spirituelle Dimension des Islam.»

Konvertieren kann man auch ohne Moschee

Rechtlich gesehen ist man in der Schweiz mit 16 religionsmündig. Ab diesem Alter darf jede Person selbst wählen, ob und welcher Glaubensgemeinschaft er oder sie angehört. Die meisten Moscheen setzen die Alterslimite laut Biasca aber höher an, bei 18 oder gar 20.

Auch Kaser Alasaad akzeptiert keine Konversionen unter 20. «Jüngeren Menschen sage ich jeweils: Du hast Zeit. Der Übertritt zum Islam ist nicht wie essen und trinken, das ist nicht lebenswichtig.» Eltern, deren Kind sich zum Islam hingezogen fühlt, rät er, als Familie das Gespräch mit einem Imam zu suchen. Das könne Druck und Ängste von allen Beteiligten nehmen.

Kaser Alasaad, Imam in Volketswil, in der grössten Moschee der Schweiz.
Kaser Alasaad ist Imam in Volketswil, in einer der grössten Moscheen der Schweiz.Foto: PD

Wichtig ist ihm, dass die Interessierten verstehen, was der Islam bedeutet: «Wenn ich spüre, dass Zweifel da sind oder dass sich jemand damit von der westlichen Welt abwenden will, dann nehme ich keine Konversion vor. Das finde ich nicht richtig, wir leben hier.» Auch eine Konversion, die zum Zerwürfnis mit der Familie führt, hält er für falsch: «Für Gott ist Respekt vor den Eltern wichtiger als ein Glaubensbekenntnis, das zu Problemen führt.»

Verhindern kann aber niemand, dass Minderjährige zum Islam übertreten. Denn dafür braucht es keinen Imam, keine Moschee, nicht einmal Zeugen. Es reicht, das Glaubenbekenntnis auszusprechen.

Und dann schenkt ein Lehrer Lara einen Koran

Wie und wo sie den Übertritt vollzogen hat, will Lara Jansen nicht sagen. Zu persönlich. Nur so viel: «Es war schön und bedeutungsvoll.» Ihre Mutter einzuweihen, traut sie sich nicht.

Lara: «Ich hätte es ihr gern selbst gesagt, aber wusste nicht, wie. Mir war klar, dass sie sich Sorgen machen würde.»

In der Schule erzählt sie hingegen davon, es ist gerade Ramadan, und Lara fastet. Was dann passiert, irritiert Lara und Sandra Jansen bis heute.

Lara: «Meine Lehrerin hat mich verpetzt, ohne mir etwas zu sagen.»

Sandra: «Ich bin froh, hat mich die Lehrerin kontaktiert. Dann habe ich erfahren, dass ihr ein anderer Lehrer, der selbst Muslim ist, zur Konversion gratuliert und ihr einen Koran geschenkt hat. Das hat mich echt erschüttert. Lara ist ein Kind! Wie kann ein Lehrer so etwas ohne Rücksprache mit mir als Mutter tun?»

Lara: «Es war eine schöne, pink eingebundene Koran-Ausgabe. Mir kam das überhaupt nicht seltsam vor. Auch meinen Kolleginnen und Kollegen nicht.»

Sandra Jansen stellt den Lehrer zur Rede. Sie ist wütend und verletzt und nahe dran, ihre Tochter aus der Schule zu nehmen, obwohl Laras Schulzeit sowieso nur noch ein paar Wochen dauert. Das Gespräch mit dem Lehrer hat sie in schlechter Erinnerung: «Er hat mich überhaupt nicht verstanden.»

Schule informiert alle Eltern – ohne Absprache mit Betroffenen

In der Zwischenzeit handelt auch die Schulleitung: In einem Rundschreiben, das dieser Redaktion vorliegt, informiert sie alle Eltern aller 3.-Sek-Klassen in Laras Schule, dass sich eine Schülerin zum Islam bekannt habe: «Dies hat zu Unruhe geführt.»

Die Schule nehme Meldungen ernst und versuche bestmöglich zu reagieren, heisst es im Brief weiter. Deshalb seien die Schülerinnen und Schüler mündlich «informiert und aufgeklärt» worden, und es werde ein Briefkasten eingerichtet, damit die Jugendlichen Fragen stellen könnten.

Nur: Mit Sandra und Lara Jansen ist all das nicht abgesprochen. «Alle wussten, dass wir gemeint sind», sagt die Mutter. Die Tochter sagt: «Die haben vor der ganzen Klasse über mich geredet, ohne mich zu fragen. Alle haben mich angeschaut.»

Barbara Fotsch, Präsidentin der zuständigen Stadtzürcher Kreisschulbehörde, verteidigt das Vorgehen auf Anfrage, räumt aber ein, es wäre im Nachhinein sinnvoll gewesen, die Mutter vorher zu informieren. Zum geschenkten Koran schreibt Fotsch: «Das Vorkommnis wurde mit der Lehrperson thematisiert. (…) Die Lehrperson konnte der Kreisschulbehörde glaubhaft darlegen, dass die Übergabe des Koran keinen missionarischen Charakter hatte.» Vielmehr sei es das Ziel gewesen, «dass sich die Schülerin direkt informieren kann».

Islamforscher Federico Biasca sieht das kritisch: «Ein Lehrer sollte wissen, dass die Religionsmündigkeit bei 16 liegt und dass er zuvor mit den Eltern das Gespräch suchen sollte.» Auch Imam Alasaad findet das Koran-Geschenk keine gute Idee, selbst wenn die Absichten gut gemeint gewesen seien. «Mit 15 ist man noch nicht reif genug», sagt der Imam. «Zudem ist die Schule keine Moschee.»

«In meinem Glauben bin ich mir sicher», sagt Lara heute

Lara Jansen hat die Schule inzwischen beendet. Heute macht sie ausserhalb von Zürich eine Lehre. Dass sie nach wie vor Muslimin ist, erfährt die Mutter erst im Gespräch mit dieser Redaktion.

Lara: «Im Moment lebe ich meinen Glauben kaum, ich habe in der Ausbildung sehr wenig Zeit. Die Leute um mich herum wissen nichts von meiner Religion. Beim Thema Islam ist es sehr schwer, die Reaktion der Leute einzuschätzen, deshalb behalte ich es lieber für mich.»

Sandra: «Du bist noch immer Muslimin? Du hast doch nur wegen deines Kollegenkreises konvertiert …»

Lara: «Mit den Freundinnen und Freunden aus Zürich habe ich kaum noch Kontakt.»

Sandra: «Meine Hoffnung ist einfach, dass Lara glücklich wird und dass sie einen guten Partner findet, der sie respektiert. Ich habe Angst, dass das nun schwierig wird.»

Lara: «Über meine Zukunft denke ich nicht nach. Aber in meinem Glauben bin ich mir sehr sicher.»

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Liliane Minor ist Redaktorin im Zürich-Ressort. Schwerpunkt ihrer Berichterstattung sind die kantonale Politik und die Gerichtsberichterstattung.Mehr Infos

source https://www.bernerzeitung.ch/eine-15-jaehrige-zuercherin-konvertiert-heimlich-zum-islam-278185581909

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