Germany: Planting Peace Trees

Von Wolfgang Bartels

The Ahmadiyya Muslim Community in Bad Kreuznach, Germany, started an information campaign under the slogan ‘We are all Germany’. Violence in the name of Islam is being declined.

Die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde startet in Bad Kreuznach eine Informationskampagne unter dem Motto „Wir sind alle Deutschland“. Gewalt im Namen des Islam wird abgelehnt.

„Wir sind alle Deutschland“, sagt die Bad Kreuznacher Gemeinde „Ahmadiyya Muslim Jamaat“ (v.l.): Präsident Ali Muzaffar, Imam Kamran Ahmad und Jugendverantwortlicher Abdul Bari Sami.
Foto: Wolfgang Bartels

BAD KREUZNACH – Ein junger Imam in Bad Kreuznach, 25 Jahre alt, in Deutschland, nämlich in Groß-Gerau, ausgebildet, vor zehn Jahren aus Pakistan geflüchtet, heute spricht er fließend Deutsch und ist deutscher Staatsbürger: Kamran Ahmad fühlt sich angekommen in der neuen Heimat und bei seiner hiesigen Ahmadiyya-Gemeinde. „Die Deutschen wissen kaum etwas über uns, und es gibt viele Vorurteile gegenüber dem Islam“, meint der junge Imam. Deshalb will die Gemeinde eine Informationskampagne unter dem Motto „Wir sind alle Deutschland“ im gesamten Landkreis starten.

Man wolle mit den Bürgern ins Gespräch gehen und sich austauschen. Zur Kampagne gehören das Verteilen von Flugblättern, Infostände, Veranstaltungen und die Pflanzung von Friedensbäumen. Wo diese Bäume gepflanzt werden sollen? Ahmad antwortet, das stehe noch nicht fest: „Wir müssen noch mit den Gemeinden sprechen und eine Erlaubnis einholen.“ Allein daran ist ersichtlich, dass er wirklich angekommen ist in Deutschland. Seit 1983 ist die Gemeinde in Bad Kreuznach vertreten, seit 2012 unterhält sie einen eigenen Gebetsraum in der Viktoriastraße. Präsident Ali Muzaffar träumt von einer eigenen Moschee: „Vielleicht sind wir eines Tages so weit. Aber dafür müssten die Mitglieder sehr viel spenden.“ 140 Mitglieder zählt die Ahmadiyya-Gemeinde im Bereich Bad Kreuznach. Auch eine eigene Frauengruppe trifft sich ein- bis zweimal im Monat in den Gemeinderäumen. Deutschlandweit zählt die Ahmadiyya 45 000 Mitglieder in 220 Gemeinden und ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt. Die Gemeinschaft gilt als politisch liberal, religiös eher konservativ, aber tolerant gegenüber anderen Auffassungen. „Liebe für alle, Hass für keinen“ – so fasst die Gemeinde ihre Auffassung vom Islam zusammen.

„Islam heißt Frieden und ist Frieden“, erklärt Imam Ahmad. Er sagt klar und deutlich: „Gewaltausübung im Namen der Religion widerspricht dem Islam“ – eine Haltung, die die Reform-Muslime aber auch von den anderen Religionen erwarten. Im Koran heiße es ausdrücklich: „Es soll kein Zwang sein im Glauben.“ Die Gemeinschaft lehne es auch ab, dass im Namen der Religion Parteien gegründet würden und der Islam für politische Macht instrumentalisiert wird, erklärt Ahmad. Die einzelnen Mitglieder könnten natürlich, wenn sie wollen, Parteien beitreten. Doch innerhalb der Ahmadiyya-Gemeinde sei Parteipolitik kein Thema. Männer und Frauen seien in der Gemeinde völlig gleichberechtigt, bekräftigt Ahmad, auch wenn es getrennte Gebetsräume gibt. Ein „Abfall“ vom Glauben dürfe nicht bestraft werden: „Das gibt es nicht im Koran. Nur Gott wird darüber richten am Jüngsten Tag, nicht der Mensch.“ Ein ganz wichtiger Grundsatz für die Mitglieder sei es, sich loyal gegenüber dem Land zu verhalten, in dem sie leben. Ein großes Plakat verkündet unter den Farben Schwarz-Rot-Gold: „Die Liebe zum Land ist ein Teil des Glaubens.“
IM DETAIL

Die Gemeinschaft „Ahmadiyya Muslim Jamaat“ hat ihre Wurzeln in Pakistan und Indien. Sie verkörpert einen reformerischen Islam. In Pakistan gelten die Anhänger jedoch als muslimische Ketzer und werden verfolgt. Dabei gehe es ihnen nur darum, den zeitgenössischen Islam von Aberglauben und Irrtümern zu reinigen, erklärt Ahmad. Engere Kontakte zu anderen muslimischen Gemeinschaften in Bad Kreuznach unterhält man nicht: „Wir kennen uns, aber mehr auch nicht.“

„Es ist unser Wunsch, dass die Bürger zu differenzieren lernen“, erklärt Imam Ahmad. „Unsere muslimische Gemeinschaft fühlt sich der Heimatliebe und der Loyalität zu unserem Land verpflichtet. Wir haben nichts zu tun mit fanatischen Extremisten.“ Wer zu Vorurteilen neige, der trage zur Spaltung der Gesellschaft bei und spiele diesen Extremisten auch noch in die Hände. Deswegen soll die Informationskampagne der Ahmadiyya von Dezember bis April in der Stadt Bad Kreuznach und auch im Landkreis dazu beitragen, „dass auch nicht-muslimische Mitbürger ihre Fragen, Sorgen und Ängste mit uns teilen und mehr über die Lehre des Islam erfahren“, sagt Imam Kamran Ahmad.

source:

https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/bad-kreuznach/stadt-bad-kreuznach/friedensbaume-pflanzen_19659812#

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